Ostern 2012: Dioxin in Eiern ? Stand: 07.04.2012
NEIN, kein Dioxin in Momos Bio-Eiern.
Dioxine entstehen bei der Verbrennung bestimmter Substanzen und haben mit Agent Orange und Seveso traurige Berühmtheit erlangt.
Dioxine und dioxinähnliche Stoffe (wie im aktuellen Fall PCB, Polychlorierte Biphenyle) können durch belastetes Futter, defekte Heizanlagen in Hühnerställen oder auch durch Altlasten im Erdreich in die Eier gelangen.
Sie werden uns, wie so vieles, "nachhaltig" begleiten: Grenzwerte orientieren sich an der technischen Durchführbarkeit und damit an wirtschaftlichen Interessen und nicht an Gesundheitlichen.
Der aktuelle Dioxin-Fund stammt u.a. von einem Hersteller der nach EU-Bio-Richtlinien erzeugt. Der Hersteller sei ein parallel konventionell als auch biologisch wirtschaftender Betrieb.
Die Herkunft der Verseuchung sei noch nicht gefunden, die Futtermittel seien nicht die Ursache, lautet eine aktuelle Meldung in der Branche.
Eier in EU-Bio-Qualität gibt es nicht bei Momo, die finden Sie bei Filialisten und im konventionellen Einzelhandel.
Betriebe, die sowohl biologisch als auch konventionell wirtschaften, geniessen zudem nicht unser Vertrauen.
Es müsste schon einen besonders triftigen Grund haben, hier Ware zu beziehen. Diese Vermischung deuten wir als Zeichen für wirtschaftliche anstelle ökologischer Priorität, damit genügt es weder unseren Anforderungen an Qualität noch unseren Vorstellungen von Partnerschaft.
Bei Momo finden Sie Eier verschiedener Betriebe:
In Naturland-Qualität vom Hof Alpermühle, aus dem Oberbergischen und den Niederlanden.
Diese erkennen Sie am „Alpermühle“-Stempel.
In Bioland-Qualität von den Höfen Altfeld und Wening im Münsterland.
Diese erkennen Sie an den „BIOLADEN“ oder „BIOLAND“- Stempeln.
Es gibt von unseren drei Eierlieferanten Unbedenklichkeitserklärungen, siehe unten.
-> Hof Alpermühle-Info 2012
-> BÖLW und unsere Bioland-Erzeuger 2012
-> Momo-Info Dioxine 2012
Januar 2011
Der Skandal 2011 betraf ausschliesslich einen rein konventionellen Futtermittelhersteller.
Die Eier die nach Verbandsrichtlinien erzeugt werden (Naturland, Bioland) erlauben keine Beimischung konventioneller Fette (eine Beimischung konventioneller eiweisshaltiger Futtermittel von bis zu 5% war noch bis Ende 2011 zugelassen. Seit dem muss- bei Verbandsware- 100% Bio verfüttert werden).
Eier die nur nach EU-Bio-Richtlinien erzeugt werden erlauben die Zufütterung mit konventionellen Ölen. Das ist aber nicht die Regel.
Eier in EU-Bio-Qualität gibt es nicht bei Momo, die finden Sie bei Filialisten und im konventionellen Einzelhandel.
Bei Momo finden Sie Eier verschiedener Betriebe:
In Naturland-Qualität vom Hof Alpermühle, aus dem Oberbergischen und den Niederlanden.
Diese erkennen Sie am „Alpermühle“-Stempel.
In Bioland-Qualität von den Höfen Altfeld und Wening im Münsterland.
Diese erkennen Sie an den „BIOLADEN“ oder „BIOLAND“- Stempeln.
Sobald es genügend Eier in Demeter-Qualität gibt werden wir hier unsere Priorität setzen.
Ihre / Eure MOMOs
-> Naturland zu Dioxinen 2011
-> Momo zu Dioxin in Eiern 2011
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Dezember 2011: Bio-Skandal in Italien:
Nicht wettern gegen ausländisches Bio-Obst und Gemüse
"Kann man denn der Ware aus Spanien und Italien trauen" ist eine häufige Frage hier bei Momo, "sind das nicht alles Verbrecher"?
Nein, sind es nicht !!!
Es gibt ebenfalls im Ausland zuverlässige Bio-Erzeuger, die nicht allein wegen des Geldes im Markt tätig sind; es gibt dort wie hier authentische Menschen, Betriebe, Höfe, Läden. Die Ökologie steht im Mittelpunkt.
Verbrecher gibt es hier wie dort.
Gewissenhafte Erzeuger, Hersteller und Händler wissen, nach welchen Kriterien Prioritäten gesetzt werden, und diese sind sicher nicht der niedrige Preis, sondern die Qualität.
Dieses Bewusstsein ist hierzulande Mangelware.
Fruchtendes Qualitätsmanagement kostet Zeit und Geld.
Die neusten Nachrichten
aus der Branche lauten, Stand 09.12.2011:
Der Fachhandel hat keine Kontakte zu diesen Verbrechern; das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen, man forscht eifrig.
Ich gehe davon aus, dass es das gleiche Problem ist wie zB Anfang des Jahres beim Eierskandal: Betroffen ist das Billig-Bio aus dem konventionellen Einzelhandel und den Bio-Ketten,
der inhabergeführte Bio-Fachhandel hingegen hat Erzeugerkontakte seit Jahrzehnten, da ist so etwas unwahrscheinlich: der günstigere Preis steht nicht im Vordergrund.
Aktuelle Stellungnahmen finden sich auf den websites der Hersteller, siehe Link-Liste. Der Text von den Heuschrecken ist hier abgedruckt, nichts desto trotz: Ein Besuch auf heuschrecke.com lohnt sich.
momo-raoul
Unser Tee-, Kräuter- & Gewürzelieferant „Heuschrecke“ aus Troisdorf über Italienische Rohstoffe
Aktuell: Bio Betrug Italien
Stellungnahme zur Meldung: Betrug mit Bio-Lebensmitteln in Italien/
Auslieferung gefälschter Ware u.A. nach Deutschland
Liebe Kunden und Kundinnen
Heute berichten die Medien über den aktuell aufgedeckten Bio-Betrugskandal aus Italien: ein Fälscherring hat wohl von 2007 bis 2010 für insgesamt 220 Millionen Euro 703.000 Tonnen konventionelle Nahrungsmittel als teurere Ökoware unter anderem nach Deutschland verkauft, vor allem Getreide, Soja, Obst und Gemüse.
Seit gestern früh sind die Naturkosthersteller informiert, und seitdem laufen die Telefone heiß. Unser Branchenverband BNN (Bundesverband Naturkost Naturwaren) hat unter seinen Mitgliedern recherchiert, und im Moment sieht es noch so aus, als wäre die klassische Naturkostbranche - wohl auch wegen seiner Politik der langfristigen Lieferantebeziehungen (wie es auch die Verbraucherzentrale Düsseldorf heute zu uns sagte) nicht betroffen. Lesen Sie dazu weiter unten die Stellungnahme des BÖLW (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft).
Wir beziehen nur sehr wenige Produkte aus Italien, und natürlich ausschließlich Gewürze und Kräuter. Diese wurden auf der Liste gefälschter Produkte nicht genannt.
Bei unseren italienischen Produkten importieren wir oder lassen einen Kollegen jeweils von konkreten Bauern oder Kooperativen importieren, zu denen wir seit langem, teilweise über 20 Jahre, eine Beziehung haben und als überzeugte Bio-Produzenten kennen.
Für unserer spezialisiertes Sortiment wählen wir bestmögliche Qualitäten, die natürlich ihren Preis haben. Die Bio-Sicherheit der Produkte wird durch ein Analyse-Screening gestützt.
Unsere italienischen Produkte sind:
• Basilikum - seit über 20 Jahren Spitzenware im Naturkostladen und für Verarbeiter, von der Cooperative Sud Officinale
• Spezialitäten: Flohsamen, Meisterwurz, Buchweizenkraut, Passionsblumenkraut, (selten: kleine Partie Bertram) - für eigene Mischungen und Verarbeiter
• Lavendelblüten - Lavande, echter Lavendel, im Naturkostladen und für Verarbeiter
• Schabzigerklee - rar, deshalb mischen wir Ware von unseren deutschen Bioland-Bauern, kleine Menge vom italienischem Kollegen eines Bioland Bauers, sowie von Terra Magnifica/Kroatien.
• Veilchenwurzeln - seit über 20 Jahren von Az. Agr. Ca dei Fiori, Simon van Hilten.
• Zitronenverbene - Spitzenware im Naturkostladen und für Verarbeiter von der Cooperative Sud Officinale
• Zitronenmelisse - Spitzenware im Naturkostladen und für Verarbeiter
Dieses sind alles keine Massenprodukte und stehen auch deshalb sicher nicht im Fokus von Fälschern.
• Tomatenprodukte:
Bei unseren Tomatenprodukten (Granulat, Flocken, Stückchen usw., nur Verarbeiterware, und in einigen Mischungen) fragen wir gerade gesondert unsere Hersteller dazu an, woher sie die Tomaten bzw. Tomatenmark beziehen. Die bisherige Antwort besagt, dass die zugelieferten Tomaten nicht von Suole & Salute, der im Betrug involvierten Kontrollstelle, zertifiziert wurden, sondern von BIOAGRICERT. So können wir davon ausgehen, dass sie wirklich Bio sind.
Sollten sich im Laufe des Ermittlunsprozesses weitere Erkenntnisse ergeben, werden wir dazu informieren.
Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper im Dezember 2011
zur site: -> heuschrecke.com
Bio-Betrug in Italien: Neue Fakten
Quelle: AssoBio
Stand 09.12.2011
Im Zuge der Ermittlungen um den Lebensmittelskandal, bei dem kürzlich sieben Verdächtige festgenommen wurden, sind neue Details bekannt geworden. Die kriminellen Aktivitäten haben von 2007 bis zur ersten Jahreshälfte 2010 stattgefunden, so AssoBio, die italienische Vereinigung von Verarbeitern und Großhändlern für Bio-Produkte.
Sunny Land lagerte und vertrieb Gerste, Mais, Weizen, Ackerbohnen, Leinsamen, Hirse, Haferflocken, Alfalfa, Futtererbsen, Raps, Weizen, Hirse, Sojabohnen, Sonnenblumen und Kartoffeln. Anders als teilweise in der Presse berichtet, sind Obst und Gemüse nicht betroffen. Die Firmen, die in den Betrugsfall verwickelt sein sollen, sind nicht in der italienischen Datenbank für Händler von Obst und Gemüse zu finden. Ohne diese Registrierung sei es quasi unmöglich, diese Produkte zu vermarkten, berichtet AssoBio.
Sunny Land gab vor, ein Tracing-System “Bio-Landwirtschaftliches Lebensmittelsystem” etabliert zu haben, das 4000 Hektar Land in Norditalien, 4000 ha in Mittelitalien, 16.000 ha in Rumänien und 9300 ha in Moldawien umfasste, und bewarb dieses angeblich gründlich durchdachte System.
Laut den aktuellen Ermittlungen sei davon auszugehen, dass die Firma und die Mitbeschuldigten konventionelle Ware aus Rumänien kauften und mit gefälschten Zertifikaten der Kontrollstelle QC&I International Rumänien versahen. In Italien wurden diese Zertifikate überprüft und die Bestätigung der ausstellenden Behörde erfragt. Wenn keine Bestätigung erfolgte, wurde kein italienisches Zertifikat ausgestellt, das Produkt wurde als konventionell eingestuft und die zuständigen Behörden wurden informiert.
Gemäß der Anklage wurde das herabgestufte Produkt mit gefälschtem Zertifikat vermutlich dennoch als „bio“ verkauft. Die Anklage basiert auf folgenden Annahmen:
1. In einigen Fällen erstellte der Direktor einer italienischen Kontrollstelle gefälschte Produktionspläne für einige Höfe und brachte damit Ware in den Bio-Kreislauf, die entweder gar nicht vorhanden oder nur in geringem Maße vorhanden war.
2. Sunny Land, die zudem Verträge mit korrekt arbeitenden Bio-Betrieben hatte und mit diesen reguläre Geschäftsbeziehungen pflegte, brachte seit 2007 diese regulären Bio-Produkte mit illegalen Importen zusammen (wie in Punkt 1 erklärt). Die meisten der verkauften Produkte kamen aus meist ausländischer konventioneller Landwirtschaft und wurden durch gefälschte Zertifikate in den Bio-Kreislauf gebracht. Die „Bio“-Aktivitäten wurden zwar an die entsprechenden Behörden gemeldet, jedoch zog man sich schnell aus dem Kontrollsystem zurück, um zusätzlichen Kontrollen zu entgehen.
3. Ein Kontrolleur der Kontrollstelle (aus Punkt 1) fälschte teilweise seine Berichte, fügte nicht-existente Anbaufläche hinzu, veränderte die Produktionspläne oder teilte den Behörden direkt Änderungen von Produktionsplänen mit. Etliche der Höfe erkannten ihre angeblichen Änderungen der Produktionspläne nicht, die ihnen von der Polizei vorgelegt wurde.
4. Um die Nachverfolgung zu verkomplizieren, verkaufte die Firma Ware an angeschlossene Firmen (dies jedoch nur per Rechnung), die ebenfalls häufig die Kontrollstelle wechselten. Ohne, dass sich die Ware tatsächlich bewegte, wurde sie mehrfach verkauft, um Nachverfolgung zu erschweren. Die Zertifizierungsstelle der Händler stellte nach Sichtung der Vorlage des ursprünglichen (gefälschten) und dessen durch italienische Behörden bestätigten Zertifikates ihr eigenes Zertifikat aus.
Aus diesem Grund spricht die Guardia di Finanza von hunderten Tonnen Ware und hunderten von Millionen Euro. Wenn dieselbe Menge innerhalb der Gruppe beispielsweise 15 Mal verkauft wurde, wurden 15 Einheiten gezählt, da 15 Rechnungen vorliegen, obwohl es keinen tatsächlichen Kaufvorgang mit Warentransport gab.
Zwei Schweizer Zwischenhändler sollen ebenfalls in den Fall verwickelt sein. Da die Produkte auch außerhalb Italiens in Umlauf kamen, hat der Staatsanwalt sich an Eurojust in Den Haag gewandt. Zuvor wurde bereits mit Europol gearbeitet.
Man geht derzeit davon aus, dass 2.500 Tonnen beschlagnahmte Ware nicht in Bio-Qualität sind. Gesundheitliche Beeinträchtigungen sind nicht zu erwarten. Neben der Beschlagnahmung der Ware wurden auch Computer und Dokumente sichergestellt.
Die Ermittlungen begannen in der Firma von Frau Catherine Galbiero, deren Umsätze innerhalb weniger Jahre von etwa 1,5 Millionen auf knapp 60 Millionen anwuchsen. Derzeit ist noch nicht bekannt, welcher Anteil dieses Umsatzes aus den oben genannten „Verkäufen“ stammt.
Die Kontrollstelle suspendierte den Direktor bereits im Juni 2010, da interne Überprüfungen Unregelmäßigkeiten feststellten, und entließen ihn und den Kontrolleur im September 2010. Der Vorgang wurde den Behörden gemeldet. Bereits seit diesem Zeitpunkt wurden die internen Kontrollen der Kontrollstellen verschärft. Sämtliche Kontrollstellen arbeiten mit der Guardia di Finanza zusammen und stellen ihnen alle erforderlichen Daten zur Verfügung. FederBio sowie die in den Fall verwickelten Kontrollstellen gaben bekannt, dass sie als Zivilkläger auftreten werden.
Die Firmen, die nach derzeitigem Stand der Dinge in den Fall verwickelt zu sein scheinen sind Sunny Land Spa, Agribioscaligera, Agridea SA (Svizzera), Agripoint società agricola srl, Agroeuroserv srl (Romania), Bioagri sas, Bioecoitalia srl, Bioecoland, Biopolesine, Centro cereali srl, Eridano Trading srl, La Spiga srl, Life Group Holding sa (Svizzera), My organic srl, Sc Transilvania organic srl (Romania), Società agricola Fattoria della Speranza, Società Agricola Marinucci; Terrasana sas,Terre del sole. Die beiden ehemaligen Kontrolleure sind ebenfalls inhaftiert.
Die italienische Bio-Lebensmittelindustrie besteht aus über 47.000 Landwirten, Verarbeitern und Händlern und aus mehr als 300.000 Mitarbeitern. Die Betrugsversuche wurden und werden durch die Kontrollbehörden und Staatsorgane aufgedeckt und müssen zweifelsohne bestraft werden, da der Betrug nicht nur dem Käufer, sondern der gesamten Branche schadet. Kein Bereich der Lebensmittelbranche unterliegt schärferen Kontrollen als die Bio-Branche, aber auch das beste Kontrollsystem kann nicht zu jedem Zeitpunkt kriminelle Aktivitäten verhindern. Es kann aber dazu beitragen, Betrug schneller und einfacher aufzudecken.
Der italienische Bio-Herstellerverband AssoBio distanziert sich von den oben genannten kriminellen Aktivitäten und bestätigt, dass mit keiner der in den Betrugsfall verwickelten Firmen zusammengearbeitet wurde.
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