Momos kleine Selbstdarstellung
Der Begriff "bio" auf Lebensmitteln ist gesetzlich geschützt, wenn auch selbst hier es nicht unwesentliche Abstufungen gibt.
Den Begriff "Bioladen" kann sich jeder auf sein Schild malen, dazu gibt es keine gesetzliche Regelung. Wie die Waren transportiert werden, welche Verpackung gewählt wird, ob die Verarbeitung werterhaltend vonstattengeht, ob das Produkt überhaupt Sinn macht, ob auch konventionelle Produkte zwischen den Bioprodukten stehen dürfen, das alles hat mit dem Anbau an sich nichts zu tun und so schafft sich jeder Bioladen, entsprechend seiner Authentizität, sein eigenes Image.
Momo ist Mitglied im BNN eV (Bundesverband Naturkost) und wir lassen uns alle zwei Jahre auf unsere Verbandskonformität hin kontrollieren. Das sagt dem Normalsterblichen erstmal garnichts, vor allem in Bonn sind diese Mitgliedsläden rar.
Ein BNN- Zertifikat bescheinigt dem Laden, dass dessen Sortiment konsequent ökologisch zusammengestellt ist. Warenkontrolle, vor allem bei unverpacktem Obst und Gemüse, ist ein weiterer Faktor. Qualifizierung des Unternehmers und Personals sind weitere.
2009 erschien der -> Branchenkodex, ein Aufruf zur Rückbesinnung auf alte Werte.
Doch das genügt uns nicht:
Die weitestmögliche Vermeidung negativer Auswirkungen auf unsere Umwelt und unsere Lebensqualität durch den Betrieb Momo und den Handel unserer Ware sind unser Anliegen.
Keine Angst, hört sich schlimmer an als es ist. Das heisst "nur" dass wir genauer hingucken, was wir verkaufen.
Die Qualitätsfrage:
Es gibt keinen Grund zu zweifeln, dass bio auch drin ist wo`s draufsteht. Wenn sich hier ein schwarzes Schaf einmogelt wird es bei der nächsten Betriebskontrolle oder Schadstoffanalyse auffliegen, also ein kurzes Vergnügen, das zudem teuer zu stehen kommt: Strafrechtliche Verfahren und Verlust der Existenzgrundlage sind die Folge.
Unverpackte Ware, also vor allem Obst und Gemüse, kontrollieren wir beim Wareneingang auf die entsprechenden Zertifikate. Es muß ein Etikett an jeder Kiste sein, eine Kontrollnummer auf jedem Etikett, die Etiketten dürfen nicht in Kopie angebracht worden sein. Im Zweifel geben wir die Ware zurück und geben eine Meldung an eine autorisierte Stelle weiter, die sich um die Nachverfolgung kümmert.
Wir bevorzugen Ware, die nicht nur den europäischen Mindeststandards für Bioanbau entspricht, sondern zusätzlich durch einen Anbauverband zertifiziert wurde. Das EU- Bio erlaubt Kompromisse, wie z.B. das Aufbringen konventioneller Gülle auf die Felder; Mischbetriebwirtschaft, also biologischen und konventionellen Anbau innerhalb eines Betriebs; eine Kreislaufwirtschaft ist nicht vorgesehen, also können z.B. Futtermittel unbegrenzt zugekauft werden, etc., siehe -> "Bio=Bio?".
Dieses "zweitklassige" Bio ist sicherlich sinnvoll, um konventionellen Landwirten die Umstellung zu erleichtern. Hier sollten aber klare Verbindlichkeiten geschaffen werden, mit der Perspektive einer konsequenten Umstellung. Doch dem stehen die Lobbyisten im Weg, eine Einigung findet nur auf dem lowest level statt. Damit sind Bioskandalen, wie Nitrofen unverzüglich auf den Tisch brachte, vorprogrammiert.
Konventionelle Ware führen wir nur in wenigen Ausnahmefällen. Diese sind dann deutlich deklariert, werden auf Rückstände kontrolliert und dürfen nur einen Bruchteil der zulässigen Höchstmengen an Schadstoffen enthalten. Für viele Produzenten, vor allem in der sogenannten 3.Welt, entsteht durch diese Vermarktung erst die Möglichkeit zur Umstellung auf den Bioanbau.
Und Produkte aus der Nachbarschaft, zB Walnüsse aus dem Garten, gibt es bei uns. Ein Vertrag regelt die Verantwortlichkeiten und die Produkte sind deutlich gekennzeichnet.
Regionalität:
Der direkte Kontakt zu den Biolandwirten und Herstellern der Lebensmittel, die wir im Laden führen, ist uns am liebsten. Manche Geschäftsbeziehungen bestehen seit 1983.
Obst, Gemüse, Eier, Käse und Milch, Brot und Getreide, Nudeln, Honig, Wein, Saft und Wasser und vieles mehr erhalten wir aus unserer direkten Nachbarschaft, der Wandel der Jahreszeiten spiegelt sich im Angebot wider.
Qualität und Frische der Ware ist unvergleichbar, unnötige Transporte werden vermieden, ökologische Arbeitsplätze und Kleinbetriebe in unserer Region werden gefördert, und natürlich bedeutet der ökologische Anbau in und um Bonn den Erhalt unserer Kulturlandschaft und erhöht unsere Lebensqualität vor Ort.
An zweiter Stelle unserer Einkaufsprioritäten steht der Regionale Grosshandel. Das ist zwar eine teurere Variante als die Direktbestellung bei den jeweiligen Herstellern, aber erspart der Umwelt eine ganze Menge an sinnlosen Transportmeilen.
Transport-Unwesen:
Wie gesagt, wir bevorzugen Produkte aus unserer Region. Wir finden es allerdings auch sinnvoll, außerhalb der hiesigen Saison z.B. Tomaten aus Italien zu verkaufen, weil das winterliche Angebot rheinländischer Produkte oft sehr dürftig ist.
Der Kauf einer Biotomate aus Italien ist immer noch ökologischer als der Kauf einer gespritzten Treibhaustomate im Supermarkt an der Ecke.
Flugware allerdings betrachten wir kritischer. Zum Beispiel Biotrauben aus Südafrika: 4,3 liter Kerosin pro Kilo Trauben für umweltbewußte Verbraucher in den Industriestaaten? Neuseeländlische Äpfel, und das womöglich im Herbst? Oder Plantagenobst aus Israel, gewässert mit rarem Wüstenwasser um das Kriege geführt werden?
Diese Ware werden Sie bei uns nicht finden.

Ex und Hopp- Müll, Macht, Moneten-
Verpackungs-Unwesen und Naturkost
Seit 1983 ist uns die Vermeidung von Müll ein wichtiges Anliegen. Wir bewerten jedes Produkt auch in Bezug auf seine Verpackung, da ein Gesetz über ökologisch-vertretbare Verpackungsmaterialien noch aussteht und Empfehlungen allein nicht genügen um etwas zu bewegen. Deshalb finden Sie das eine oder andere Produkt bei uns nicht vor.
In den 80er-Jahren haben wir Momos hunderte verschiedene Produkte selbst gemischt und abgefüllt, anfangs in Papier- und Cellophantüten (die galten damals als öko...). Das hing natürlich auch damit zusammen, dass es von Herstellerseite wenig Angebote ab so daß wir lose Ware selber eintüten mußten. Mit den Jahren wurden wir professioneller, es gab das "Momo-Pfandglas", Computeretiketten (statt handgeschrieben, das stelle man sich mal vor), Spülmaschine, und viele hundert Produkte mit dem Momo-Logo.
Relikte aus dieser Zeit sind das MOMO-MÜSLI und der FRÜHSTÜCKSTEE, die wir heute noch führen. Wir lassen allerdings abfüllen, einzig das Anbringen der Etiketten erledigen wir persönlich. Und die alten MOMO-GLÄSER sind auch noch erhältlich, genial zur lichtgeschützten Tee- und Kräuterlagerung.
In den 90er-Jahren gab es noch die "Arbeitsgemeinschaft für Abfallvermeidung". Das war ein Pool für Gläser in allen Größen, die von den Naturkostherstellern mit Aufstrichen, Honigen, Suppen und Eingelegtem befüllt wurden. Die Gläser wurden in drei Spülstellen gereinigt, von dort seitens der Abfüller geordert; über den Hersteller oder Grosshandel gelangten sie in den Handel, bis sie schließlich von den Verbrauchern und Verbraucherinnen im Laden zurückgegeben wurden um wieder zur Spülstelle transportiert zu werden.
Die Zeiten änderten sich. Viele Hersteller zogen ab, wollten ihr eigenes Ding machen. Ein eigenes Etikett allein genügt nicht mehr, es muß auch noch eine eigene, besondere, individuelle, herausragende Glasform mit hohem Wiedererkennungswert eingesetzt werden. Marktanteile sichern, Wettbewerb, Corporate Identity- es geht den konventionellen Weg.
Ökologische Aspekte zweitrangig. Na ja, bei Glas ist das vielleicht nicht so schlimm weil das Altglasrecycling eine ökologisch akzeptable Alternative ist. Nicht so allerdings die vielen Tütchen und Dosen und Becher. Aluminium, PET, Polystyrol, Tetrapak. Irgendwie clever. Schritt für Schritt sprangen die Hersteller auf den DSD- Zug auf und brachten grüne Punkte an. Wundern Sie sich nicht wenn Sie an Ihren nächsten Urlaubsort exportiertem Müll ökologisch bewußter VerbraucherInnen der westlichen Industrienationen begegnen.
Und glauben Sie bitte nicht, wenn Sie die grünen Punkte sammeln und die gelben Säcke füllen, Sie würden damit etwas für unsere Umwelt tun. Müll ist Müll, und "thermische Verwertung" hätte zum Lachwort des Jahrzehnts gewählt werden sollen: Verbrannt wird der ganze Mist. Wie der andere Müll auch. Sie tun damit lediglich etwas gegen die Überfüllung Ihrer Mülltonne, und müssen so nicht doppelt und dreifach für deren Entsorgung bezahlen.
Mit der Einführung des "Dualen Systems" (was ist daran eigentlich dual? die Kosten? die Vorstandsgehälter?) stieg der Wasserverbrauch in der BRD um `zig Prozent, deutsche Gründlichkeit. Jetzt wird der Müll auch noch mit aufwendig geklärtem Trinkwasser gereinigt, bevor er in die Müllverbrennung kommt. Und dort muß, wegen eben der genannten Gründlichkeit, Öl hinzugegeben werden, damit der trash überhaupt verbrennt, weil es zuwenig Papier gibt im "Restmüll"...
Ja, vieles ist paradox. Auch im Naturkosthandel. Naturkosthandel bedeutet eben nicht unbedingt, daß auch negativen Umweltauswirkungen durch den Handel mit Naturkost entgegengewirkt wird. Leider. Wir Momos jedenfalls arbeiten dran.
Unsere Kriterien für Verpackung:
Wenn jemand behauptet, Pfand sei die teurere Alternative und Ex und Hopp die günstigere, so mag das stimmen: Wenn die Waren quer durch die Nation oder gar durch Europa gekarrt werden, spielt jedes Gramm eine kostensparende und ressourcenschonende Rolle. Ökologisch sinnvoll ist ein Transportradius von vielleicht 200, maximal 300 Kilometern.
Wir bevorzugen Pfandbehälter, daß sind Flaschen und Gläser für Milch und Co, Saft, Wasser, Wein. Der Verschluss muss von innen ohne PVC sein, denn PVC geht in die Produkte über, insbesonders bei fetthaltigen und sauren Produkten wie Milch, Öl oder Saft.
Pfandfreie Mehrwegbehälter gehören auch der Vergangenheit an, selbst unser Bonner Imker will keine "alten" Gläser mehr, zuviel Aufwand...
Papier ist auch nicht ohne: Welche Verarbeitungsschritte hat es hinter sich, wieviele Schadstoffe befinden sich darin? Das Öko-Image von Papier ist gut, aber nicht die Ökobilanz. Für ungeschützte Lebensmittel müssen wir lebensmittelechtes Papier benutzen, was immer das heißt. Alternativen bieten hier allein Tupperdosen und Baumwollbrotsäcke.
Für Obst und Gemüse sind wir inzwischen auf Plastiktüten aus PE, Polyethylen, umgestiegen. Die sind zwar aus Mineralöl hergestellt, das aber ohne weitere Umweltbelastung. PE verrottet auf dem Kompost, oder verbrennt schadstofffrei. Jedenfalls wenn keine weiteren Stabilisatoren eingebaut wurden.
PP ist unsere zweite Wahl bei Plastikverpackungen. Im Gegensatz zu PE ist PP härter, deshalb für stabile Verpackungen tauglich, z.B. bei Olivenbechern, Quarkdöschens etc., dafür aber von der Umweltbilanz nicht ganz so astrein.
Tetrapak ist nicht clever. Produkte darin führen wir nur, wenn Alternativprodukte ebenfalls Nachteile mit sich bringen. Ein Recycling ist nicht möglich, und die Produkte schmecken anders als im Glas. Dass die Milch im Tetrapak weniger wiegt ist für manche ein ausschlaggebender Grund, die Nachfrage hält sich in Grenzen. Ebenfalls PET- Flaschen geben Schadstoffe an den Inhalt ab, deshalb finden Sie die nicht bei Momo. Von PVC ganz zu schweigen.
Aluminium ist, entgegen der landläufigen Meinung, auch nicht recyclebar. Die Deckelchens von den Becherchens verglühen ins Nirwana. Bei vielen Produkten haben wir hier gar keine Wahl mehr, wir können ja nicht einfach z.B. Quark auslisten. Wir können nur hoffen, daß der Kleber, mit dem der Deckel auf die Dose geklebt ist, keine Schadstoffe enthält und diese in das Produkt leitet...
Mühsam nährt sich das Eichhorn. Es wird höchste Zeit für eine gesetzliche Auseinandersetzung mit dem Thema Naturkost & Verpackung. Doch ob das die gewünschten Konsequenzen mit sich bringt? Oder nur einen Kompromiß zwischen Gesetzgeber und Lobbyisten?
Wir bemühen uns jedenfalls auch weiterhin um eine konsequente, wenn auch niemals kompromißlose Verpackung. Die beste Verpackung hat sich die Natur einfallen lassen, die natürliche Verpackung - wie bei frischem Obst und Gemüse zum Beispiel.
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Sinnfrage:
In den 80er- Jahren hatten wir nicht ein Produkt im Sortiment, in dem Zucker verarbeitet wurde. Nachdem uns die Kundschaft die Hölle heiß machte, listeten wir artig die suchtbildenden Schokoaufstriche und machten eine Notiz ans Regal: "mit Zucker". Darum schert sich heutzutage niemand mehr (oder?). Lust ist schließlich auch ein berechtigtes Interesse!
Vergleichbar mit dieser Entwicklung ist die Nachfrage nach Produkten aus Auszugsmehl. Hier und da sind wir von unserem konsequenten Weg des vollen Korns abgegangen und haben uns der Nachfrage gebeugt, bieten Bio- Weissmehlnudeln und -Weissmehlbrötchen an. Ist volles Korn out?
Mit wachsender Zahl der Singlehaushalte mussten wir überdenken, ob wir nicht die Brotaufstrich- Portionsdöschen listen. Ich persönlich habe da eher Katzenfutterdöschen- Assoziationen, aber es macht wohl keinen Sinn wenn vielen selbst die kleinen Gläser schon zu groß sind und deshalb die Hälfte weggeworfen wird. Ökologisch ist weder das Wegwerfen noch die Verpackung.
Mit wachsender Zahl der berufstätigen und eiligen Naturkostkunden steigt auch die Nachfrage nach Convenienceprodukten. Schnelle Pizza aus der Tiefkühltruhe, esse ich auch gerne mal. Aber ist die nicht nur deshalb sinnvoll weil die meisten Leute nicht mehr wissen, wie es auch ohne schnell gehen kann?
Wenn die Kinderstube schon von Fertigsuppen und Dosenfutter geprägt wurde ist der Weg zurück mühsam, da fällt der Griff zum Fastfood oft leichter. Ich habe auch oft keine Lust mir was zuzubereiten, freue mich über die fertigen knusprigen Tofubratlinge die schnell in der Pfanne gar sind, staune über meine Frau die in Nullkommanix aus frischen Zutaten Supergerichte zaubert.
Je weniger verarbeitet ein Produkt ist, desto besser ist es. Das gilt in Bezug auf Nährwert, auf Verwertbarkeit für den Körper, und in Bezug auf die Energiebilanz, bei der Herstellung wie bei der Verpackung. Besonders Tiefkühlware zieht einen ungeheuren Rattenschwanz an Logistik mit sich; es sind spezielle Fahrzeuge, spezielle Kühlhäuser, spezielle Verkaufsschränke die ausschließlich zu diesem Zweck eingesetzt werden. Diese Produkte haben einen hohen Preis, in jeder Beziehung, je intensiver die Verarbeitung um so höher der Preis. Darüber sollte mensch sich im klaren sein.
Unsere Schwerpunkte setzen wir bei unverarbeiteten oder nahezu unverarbeiteten Frische- Produkten. 75% unseres Umsatzes machen wir mit Produkten, die innerhalb eines oder weniger Tage nicht mehr verkäuflich sind. Das ist der richtige Weg, wenn auch ein sehr kosten- und arbeitsintensiver.
Vegetarismus:
In Deutschland leben rund sechs Millionen Vegetarier. Fast jeder Zehnte davon ernährt sich vegan, lehnt also jegliche Produkte vom Tier ab.
Dass eine rein pflanzliche Kost den täglichen Nährstoffbedarf sicher deckt, bezweifele ich nicht. Vorausgesetzt, es wird auf eine abwechslungsreiche, vollwertige Kost gesetzt.
Zweifelsohne ist es unsinnig, 7Kg Getreide zu verfüttern um 1Kg Fleisch zu erhalten. Dass Fleisch besser sei als andere Lebensmittel, daß ein Mensch Fleisch brauche, ist schlicht eine falsche Information, hängt wohl mit der entbehrungsreichen Kriegs- und Nachkriegszeit zusammen. Hier streiten die Gelehrten, wie überall.
Das Tier ist auch nur ein Mensch. Artgerechte Haltung und Respekt vor allem lebendigen, ob Pflanze, Mensch oder Tier, ist eine Grundvoraussetzung für eine friedliche und lebenswerte Zukunft.
Doktrinismus ist auch hier falsch am Platz. Mensch soll essen was mensch denkt.
Wir bieten eine Riesenauswahl an veganen und vegetarischen Produkten und Alternativen.
Zudem bietet unser shop-in-shop- Biometzger ein Vollsortiment biologischer Fleisch- und Wurstwaren.
Schadstoffe & Gifte:
Wer suchet, der findet. Schadstoffe sind inzwischen in jedem Lebensmittel, und auch biologisch erzeugte Lebensmittel bleiben von den Umwelteinflüssen nicht verschont. Der ökologische Landbau trägt jedoch dazu bei, daß nicht noch mehr Gift in den Kreislauf der Natur eingespeist wird und vielfältige Kulturlandschaften entstehen oder erhalten bleiben.
Allerdings sind Bio- Lebensmittel nachweislich schadstoffärmer und vitaminreicher. Aufwendige und kostspielige Analysen unserer Vorlieferanten garantieren, dass in deren Ware nur ein Bruchteil der gesetzlich zugelassenen Höchstmengen enthalten ist, wenn überhaupt.
Die gesetzlich festgelegten Grenzwerte orientieren sich nicht am Risiko einer Erkrankung, sondern an den Interessen und Möglichkeiten der Industrie.
Nahrungsergänzung:
Isolierte Vitamine und Mineralien sind auch nicht mehr als eine gute Marketingidee. Niemand, kein Mensch, weiß wirklich, was, wozu, wogegen, und wieviel der Homo Sapiens benötigt. Auch nicht die WHO, und auch nicht die EU- Funktionäre, die gelegentlich der Meinung sind dieses oder jenes Produkt müsse synthetisch vervitaminisiert oder aus dem Verkehr gezogen werden.
"Jeder Jeck is anders" ist ein alte rheinische Weisheit. Es gibt sicherlich Situationen, in denen eine Ergänzung sinnvoll ist. Unausgewogene Ernährung, Eisenmangel, Krankheit, Kojaanisquatsi, viele Gründe. Meist ist es aber eher unsinnig oder sogar gefährlich, sich auf eine zusätzliche Vitaminisierung oder Mineralisierung einzulassen. Der Placebo- Effekt scheint hier eine große Rolle zu spielen, und der ist ja nicht verkehrt.
Vollwertige, abwechslungsreiche Ernährung mit viel frischen Bioprodukten beugt Mangelerscheinungen vor. Für besondere Fälle gibt es ja auch besondere Lebensmittel: Es fehlt nicht viel, und unser Obst- und Gemüseangebot gibt`s nur noch auf Rezept.
Zusatzstoffe und Aromen
Ein "Zusatzstoff" ist ja erstmal nur ein zugesetzter Stoff. Es gibt eine kurze Liste von "Öko-E-Nummern", z.B. Johannisbrotkernmehl und Carraghen, die natürlichen Ursprungs sind und als unbedenklich eingestuft werden.
Allergische Reaktionen sind auch bei natürlichen Produkten nicht auszuschließen.
Die meisten Zusatzstoffe jedoch sind nicht natürlichen Ursprungs und finden auch keine Anwendung bei biologisch hergestellten Produkten. Gern benutzt wird Natriumglutamat, der EU- Geschmacksverstärker und -vereinheitlicher. Was nicht schmeckt soll trotzdem schmecken, und das schmeckt vor allem den Funktionären, die mit diesem Unrat fett Kasse machen. Von den Nebenwirkungen ganz zu schweigen.
Aromen gibt es natürliche, naturidentische und synthetische. Letztere zweibeiden sind im Naturkostbereich nicht erlaubt, aus berechtigten Gründen. Im Biobereich finden natürliche Aromen Anwendung, die entweder aus der namensgebenden Frucht hergestellt werden, oder aus anderen natürlichen Substanzen gewonnen werden.
Bei Momo finden Sie ausschließlich Produkte mit natürlichen Aromen, die auch aus der entsprechenden Frucht gewonnen werden, also z.B. Vanillearoma aus echter Vanille, Earl Grey aus der Bergamotte, Orange aus der Orange. Deshalb finden Sie auch keinen Erdbeerjoghurt bei uns, wenn das Aroma aus (natürlichen) Holzspänen gewonnen wurde. Das ist noch zulässig im Biobereich, soll aber abgeschafft werden. Hintergrund ist die unklare Auswirkung auf den Organismus durch diese Aromen.
Transparenz
Jedes Bioprodukt hat einen rekonstruierbaren Weg hinter sich. Mit viel Aufwand wird der Weg jeder Zutat in jedem Produkt dokumentiert, vom Saatgut und Anbau bis ins Regal. Diese Transparenz macht den biologischen Anbau erst möglich: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Auf der website www.bioladen.de, die Internetpräsenz unseres bevorzugten regionalen Grosshändlers Weiling, ist ein gelungenes Projekt erarbeitet worden um dem Endverbraucher diese Rekonstruierbarkeit nahezulegen, sehen Sie es sich mal an, unter "tracking" gelangen Sie zu den Dokumentationen.
Eine ebensolche Transparenz haben wir Momos uns auf die Fahnen geschrieben. Möchten Sie hinter unsere Kulissen blicken? Wir haben keine Geheimnisse und gewähren Einblick, auch in die ansonsten streng gehüteten Geheimnisse der Unternehmenszahlen, die wir unregelmäßig veröffentlichen.
Fairer Handel
Fairer Handel beschränkt sich nicht auf die "Entwicklungländer", sondern ist für uns Thema in Bezug auf sämtliche Handelsbeziehungen.
Die unterste Handelsstufe, also die landwirtschaftlichen Betriebe, sind meist jene die dem Preisdruck der Konzerne nachgeben müssen. So funktioniert der Kapitalismus: Erst Abhängigkeiten schaffen, dann ausquetschen. Wer nicht konzentriert, expandiert, rationalisiert bleibt auf der Strecke, hiervon ist auch der Bio- Handel nicht ausgeschlossen.
Die Zeiten in denen alle an einem Strang zogen sind lange vorbei, internationale Konzerne kaufen sich in den lukrativen Biomarkt ein und übernehmen Pionier-Marken wie Fischer, Evers, Allos, weitere folgen. Die Nachteile die sich daraus ergeben sind vielfältig, die Vorteile einfältig, auch hier hätte man aus der Geschichte gelernt gehabt haben können. Folge und Ziel solcher Konzernkonzentrationen ist die Gewinnmaximierung, den Nutzen daraus ziehen ausschließlich die Chefetagen und Beraterposten. Das fiktive Ende ist ein einziger Weltkonzern, der unsere Politik wegrationalisiert, unsere Nahrung und damit auch unser Denken manipuliert, unsere Lebensmittel auf wenige ertragreiche Sorten und Einheitsaromen reduziert, Einfalt statt Vielfalt produziert. Die dickste Kartoffel macht das Rennen.
Wir schauen genau hin mit wem wir Geschäfte machen. Kompromisse sind an der Tagesordnung, auch wir kommen nicht umhin Ware von Unternehmen zu beziehen deren Interessen vorwiegend im kapitalistischen Ertrag anzusiedeln sind, und weniger im Handel mit gesunden ökologischen Produkten, aber wir wissen wo wir dran sind und welche Prioritäten zu setzen sind.
Arbeitsbedingungen sind weniger einfach zu überprüfen oder zu bewerten als die Richtlinien des biologischen Anbaus. Wir wissen um diese bei unseren bevorzugten Handelspartnern, dort handeln wir mit Menschen, in der Regel in kleinen und überschaubaren Betrieben. Nicht zuletzt, in der Qualität des Arbeitsplatzes spiegelt sich die Qualität der Lebensmittel wider.
Dritte Welt? "Fair Trade" ist inzwischen zu einem aussagekraftlosen Schlagwort degradiert, falsche Versprechen dienen unseriösen Marketingexperten zu richtigen Umsatzzuwächsen. Normalsterbliche blicken da überhaupt nicht durch, gesetzliche Regelungen fehlen.
Biologischer Anbau an sich ist schon ein Stück "fair", weil hier der Pestizidkontakt entfällt. Soziale Einrichtungen und -Absicherungen werden geschaffen, wie sie hierzulande zwar (noch) selbstverständlich, für dortige Verhältnisse allerdings eine bedeutende Veränderung sind, denn die Strukturen der alten und neuen Kolonialmächte sind nach wie vor bestimmend.
Kindergärten oder -Betreuungen ermöglichen den Frauen eine relative Unabhängigkeit. Vorfinanzierungen, Abnahmegarantien, Direktvermarktung kleinbäuerlicher Kooperativen und weitestmögliche Verarbeitung im Ursprungsland schaffen Unabhängigkeit und wirken der traditionellen Ausbeutung entgegen.
Das Siegel "Transfair" ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, doch selbst hier besteht eine Orientierung am Weltmarktpreis und genau diese hat schon vielen Kleinbauern der sogenannten 3.Welt den Garaus gemacht. Es gibt und gab konsequentere Handelspartnerschaften, allerdings nicht mit einem so guten Marketing.
Entwicklungshilfe ist, zahlen Sie gerechte Preise für faire Lebensmittel, anstelle dubioser Spenden oder Partnerschaften im Dienste einer Gewissensentlastung.
Über unsere linkliste kommen Sie zu weiteren Informationen.
Naturkosmetik
Naturkosmetik ist ebenfalls kein gesetzlich geschützter Begriff. Mit der Komplexität der möglichen Bewertungskriterien sind fast alle BioladnerInnen überfordert, so daß die Sortimentsauswahl meist dem Zufall überlassen wird.
Dank des Siegels des BDIH gibt es mittlerweile wenigstens einen kleinsten gemeinsamen Nenner, unter der Bezeichnung "kontrollierte Naturkosmetik" trennt sich schon mal die Spreu vom Weizen, doch selbst dieses Siegel ist nicht zwingend das Optimum.
Wenn Sie das Gelbe vom Ei suchen, welche Cremes Sie sich theoretisch auch auf`s Butterbrot schmieren können (wenn`s Ihnen schmeckt und Sie es bezahlen können), das können wir Ihnen vor unserem Kosmetikregal erklären.
Achten Sie beim Kauf von Kosmetik auf die Zutatenliste (wenn Sie die überhaupt lesen, geschweige denn verstehen können): Sind die Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau, ohne synthetische oder naturidentische Stoffe, ohne Erdöl, ohne Zutaten toter Tiere oder gar toter Menschen? Tierversuchsfrei hergestellt? Wollen Sie sich das wirklich antun, Ihrer Haut, Ihrem größten Organ?
Shampoo und Seife sind Knackpunkte, ebenso wie Reinigungsmittel enthalten sie meist Tenside, "waschaktive Substanzen", die immer aggressiv und reizend sind und den Säureschutzmantel der Haut angreifen. Besondere Aufmerksamkeit sei den Produkten für Babies und Kinder gewidmet, nicht selten werden Betäubungsmittel verwendet um das Brennen in den Augen zu verhindern.
Wir empfehlen die Umgewöhnung auf schaumfreie "Wascherde", bieten aber dennoch Shampoos an: Schaum= Sauberkeit, nicht zuletzt "Klementine" hat dies als unabdingbar zusammengehörig in unserem Unterbewußten so tief verwurzelt, daß wir hier von einer Kundentherapie weitgehend absehen.
momo-raoul
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