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Momos Bio = Bio ? - Seite

Hier finden Sie Informationen über den Kleinen Unterschied

Bio = Bio? Mindeststandard kontra Verbandsware

Der Bio- Markt wächst.
Renate Künast versprach "15% Bio", ohne wirklich zu wissen wie das so schnell gehen soll.
Was in über 20 Jahren auf- wenn`s hoch kommt- 2% wuchs, soll nun in weniger als 10 Jahren zum quadrierten Quadrat geschwüren.
Nicht ohne Qualitätseinbußen.
Das "Bio", dass nach europäischem Recht den Mindeststandard festsetzt, genügt nicht um wirklich gute Qualitäten ökologisch zu produzieren.
Es macht Sinn, einem Landwirt während der Umstellphase das Leben nicht noch schwerer zu machen. Als Überbrückung also eine gute Lösung.
Und, nicht zuletzt, das kostet ja auch Zeit und Geld.
Viele Landwirte, die sich nur nach den Mindeststandards zertifizieren lassen, kämen sicherlich niemals auf die Idee, zB konventionelle Gülle auf ihre Felder zu spritzen.
Aber perspektivisch wird das so nix.
Die Qualitäten, wie sie so erzeugt werden, meist von industialisierten Großbetrieben, dienen allemal dem konventionellem Einzelhandel sich als umweltfreundlich zu profilieren, weil es "in" ist und weil es Profit bringt.
Mit Umweltbewußtsein oder Weisser Weste hat das nichts zu tun.

Die Umstellung auf Bioanbau wird subventioniert. Die Erzeuger, die schon vor BSE und MKS ökologisch umweltschonend produzierten, gehen dabei ungerechterweise leer aus.
Ein Subventionsabbau auf konventioneller Seite wäre sicherlich dienlicher gewesen, denn so entsteht ein Preisdruck auf die Erzeuger, die nach den strengeren Kriterien der Anbauverbände produzieren.
Leider stellen diese Fördermittel keine tiefergehenden Ansprüche an die Landwirte, als nach EU- Mindeststandards für Bio zu produzieren.
Unsere Einkaufsphilosophie bevorzugt immer die Verbandsware, auch wenn es durchweg die teurere Wahl ist.
Die Qualität ist spürbar besser, schmeckbar, riechbar, sehbar, fühlbar besser.
Preise sind hier in Deutschland leider meist Thema Nummer Eins, anstelle der Qualität. Das macht sich langfristig nicht bezahlt.
Hier dir Unterschiede zwischen "Bio und Bio", Stand 2007:

Anbauverbände
EU-Verordnung
Der gesamte Betrieb muss auf "Bio" umgestellt werden.
Teilweise Umstellung des Betriebs möglich,
doppelgleisig Bioanbau / konventioneller Anbau auf einem Hof.
Mindestens 50% des Futtermittelbedarfs muss auf dem Hof selbst erzeugt werden.
Keine Vorschrift.
Es dürfen 10 Mastschweine pro Hektar gehalten werden.
Es dürfen 40% mehr Schweine pro Hektar gehalten werden.
Es dürfen 280 Masthühner pro Hektar gehalten werden.
Es dürfen 110% mehr Hühner pro Hektar gehalten werden.
Es dürfen 140 Legehennen pro Hektar gehalten werden.
Es dürfen 65% mehr Hennen pro Hektar gehalten werden.
Der Einsatz von konventioneller Gülle zur Düngung ist verboten.
Der Einsatz von konventioneller Gülle ist möglich.
Der Zukauf organischen Düngers ist begrenzt erlaubt.
Der Zukauf organischen Düngers ist nicht begrenzt.
Der Einsatz konventioneller Futtermittel ist nur in Ausnahmefällen gestattet.
Der Einsatz konventioneller Futtermittel ist geregelt, aber wischiwaschi.
Das Vieh muss auch anderes als Silofraß vorgesetzt bekommen.
Kann, muss nicht.
Die Rohstoffe zur Weiterverarbeitung sollen weitgehend ebenfalls aus Verbandsanbau stammen.
Keine Regelung.
Die Rohstoffe sollen weitgehend aus der Region stammen.
Keine Regelung.
Backwaren werden ohne jegliche Enzyme hergestellt.
Enzyme uneingeschränkt zugelassen, soweit gentechnikfrei.
Aromen, natürliche, nicht erlaubt, nur Ausnahmen möglich.
Unbegrenzt zulässig.
Die Verpackung darf nur aus bestimmten Materialien bestehen.
Alles erlaubt.

Das spricht für sich, gelle?
Als ob das nicht genug an Ausnahmeregelungen und Qualitätsverwässerung sei, erarbeitete die EU stetig neue Gesetzesvorlagen.
Am Markt orientiert, sozusagen, denn ohne Ausnahmen geht es nur langsam voran.
Langsames gesundes Wachstum, wie es der Branche eigen war, ist nicht angesagt. Die "Grossen" wollen mitspielen, wittern satten Reibach, da werden dann halt mal eben die Gesetze zurechtgerückt...


Links zum weiterbilden:
-> Über Siegel und falsche Versprechen
-> Die Momoinfo berichtet unregelmässig über Neuigkeiten.

-> die europäischen Standards
-> die internationalen Standards
-> die Stiftung Ökologie und Landbau,
-> der Bund Ökologische Lebenssmittelwirtschaft, informieren u.a. über die Anbauverbände.
-> demeter
-> bioland
-> naturland
-> ecovin sind einige der bekannten Verbände.


Raoul Schaefer-Groebel, 2009

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